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Krankheiten aus der Sicht der traditionell chinesische Medizin

Ich möchte hier einige Krankheiten aus Sicht der traditionell chinesischen Medizin erklären.

Equine metabolische Syndrom (EMS)

Das Equine metabolische Syndrom (EMS) habe ich im Rahmen meiner Facharbeit für meine Prüfung beim Verband freier Tierheilpraktiker e. V. (VfT) näher beleuchtet. Die komplette Facharbeit würde hier den Rahmen sprengen, deshalb stelle ich sie nur in Auszügen auf die Homepage.

Artikel zum EMS (Hier klicken zum weiterlesen)

Das Equine Metabolische Syndrom (EMS) Kernstück der Erkrankung scheint die Adipositas zu sein, die durch die modernen Haltungsbedingungen mit einer stärke- und fettreichen Fütterung bei gleichzeitigem Bewegungsmangel begünstigt wird. In meiner Facharbeit bin ich auf die Pathophysiologie des EMS und der möglichen Behandlung von Adipositas durch mögliche Fütterungs- und Haltungsverbesserungen, sowie die Behandlung von Adipositas in der Traditionell Chinesischen Medizin eingegangen.

Vorkommen und klinische Symptome

Klinisch manifest und für den Pferdebesitzer dadurch erkennbar, werden in erster Linie die sekundären Folgeerscheinungen von EMS, wie Adipositas, klinische und subklinische Hufrehe oder Leistungseinbruch. Weitere bei an EMS erkrankten Pferden beobachtete Symptome, sind Muskelabbau, Lethargie, Unstillbarer Hunger, Polydipsie und Polyurie. Bei Stuten kann es sogar zur Infertilität und Zyklusstörungen kommen. …

Häufiges Erscheinungsbild bei EMS ist die charakteristische atypische Verteilung der subkutanen Fettpolster am Mähnenkamm, hinteren Rumpf und um die Schweifrübe herum. Bei Wallachen findet man häufig ein verdicktes Präputium.

Die Pathophysiologie des EMS

Die genaue Pathogenese des EMS ist noch nicht vollständig geklärt. Eine zentrale Rolle spielt das hormonell aktive Fettgewebe, welches durch ein Überangebot an Futter und einen Bewegungsmangel begünstigt werden kann.

Dieses Fettgewebe, welches die zentrale Rolle bei EMS einnimmt, ist nicht nur Energiespeicher, sondern auch Quelle verschiedener Hormone, sogenannten Adipokine. Die produzierten Fettgewebshormone spielen eine große Rolle bei der Regulation von Körpermaße und Körperzusammensetzung und hemmen die Insulinaktivität. Der Blutzucker kann trotz des hohen Insulinspiegels nicht mehr in den Zellen aufgenommen werden. Folge davon ist ein erhöhter Blutzucker- und Insulinspiegel im Blut welcher eine Insulinresistenz nach sich zieht.

Feinstofflich gesehen, scheint die Insulinresistenz, welche durch das endokrine Fettgewebe hervorgerufen wird, der Dreh- und Angelpunkt bei EMS zu sein. Insulinresistenz ist die Unfähigkeit der Zellen auf das zirkulierende Insulin adäquat zu antworten.

Diagnostik

Eine Insulinresistenz, kann häufig bereits vor dem Auftreten klinischer Symptome vorhanden sein. Eine genaue Diagnose, ob EMS vorherrscht, bringt daher nur die Bestimmung der basalen Insulin-Werte im Blut. Die Interpretation der Testergebnisse ist sehr schwierig und Bedarf viel Erfahrung, da der Glukose- und Insulinspiegel im Blut starken Schwankungen ausgesetzt ist und von Individuum zu Individuum unterschiedlich sein kann. Besondere Schwankungen gibt es bei Schmerzzuständen und Stresssituationen, so dass der Test bei akuten Reheschüben und unter Stress nicht aussagekräftig ist, da die Werte bereits durch das ausgeschüttete Kortisol im Körper erhöht sein können. Es stehen verschiedene Testverfahren für die Diagnostik zur Verfügung. Diese sind zum einen die Bestimmung von Nüchtern-Insulin und –Glukose und zum anderen zwei Formen des Glukose-Belastungstests.

Differentialdiagnose

Da beim Equinen Cushing Syndrom (ECS) einige Symptomatiken den Symptomen des EMS ähneln, wie z.B. die lokalisierte Fettverteilung, erhöhte Werte zirkulierenden Insulins, die Entwicklung einer Glukoseintoleranz, Leistungsschwäche, Polydipsie/ Polyurie, Muskelabbau und die erhöhte Anfälligkeit für Hufrehe, muss bei Auftreten dieser Symptome differentialdiagnostisch auch an das ECS gedacht und mit in die Tests einbezogen werden.

Therapie

Die Therapie sollte darauf ausgerichtet sein, das hormonell aktive Fettgewebe zu reduzieren um die Insulinresistenz zu beseitigen. Dies geschieht am besten und fast ausschließlich durch Bewegung und Futterumstellung. Die Überprüfung des Verhältnisses zwischen Futter und Bewegung sollten auch bei gesunden Pferden regelmäßig kontrolliert werden.

Bei der Fütterung ist darauf zu achten, dass Pferde lange und gut kauen um die Nahrung einzuspeicheln. Der Speichel enthält Natriumbicarbonat (Säurepuffer), der als Schutz vor der Magensäure fungiert. Pferde kauen nur langstängeliges Futter lange und intensiv. Außerdem ist zu beachten, dass Pferde maximal vier Stunden ohne Nahrung sein sollten, da die Magensäure ständig produziert wird. Ab sechs Stunden wird es für ein Pferd gefährlich. Herrschen lange Fütterungspausen vor, greift die Magensäure den Magen an und es kann zu Magengeschwüren kommen. All dies kann zu Stress und somit zur Kortisol Ausschüttung führen, die wiederum die Insulinresistenz begünstigt.

Bei EMS Pferden sollten generell Futtermittel ohne oder mit wenig Zuckergehalt gewählt werden. Auf das Verfüttern von Karotten, Getreide und melassierten Futter sollte komplett verzichtet werden, da sie Glukose enthalten. Raufutter sollte der Hauptbestandteil der Fütterung sein, maximal jedoch 1,5 kg Heu pro 100 kg Idealkörpergewicht pro Tag.

Zu beachten ist, dass die Futterumstellung bei Pferden langsam vollzogen werden muss, da ansonsten die Gefahr einer Kolik oder einer Hyperlipämie bestehen kann. Wird zu schnell zu viel Futter reduziert, kann es zu einem vermehrten Fettabbau kommen und der Fettstoffwechsel kann entgleisen. Denn die Kapazitäten der Leber, die eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel spielt, sind begrenzt, so dass zu viele freigesetzte Fettsäuren von der Leber gespeichert werden und eine Fettleber entsteht kann.

Traditionell Chinesische Medizin

Nachfolgend möchte ich auf die Betrachtungsweise der Adipositas in der TCM eingehen und ihrer möglichen Behandlung mit Akupunktur.

In der TCM gilt Fettgewebe als eine Ansammlung von Feuchtigkeit und Schleim. Da die Milz für den Transport und die Transformation zuständig ist, deutet dies auf eine Milz-Qi-Schwäche hin, wodurch die Milz bei der Adipositas ins Zentrum der Betrachtung rückt. Sie kann durch verschieden Faktoren geschwächt werden. Die häufigste Ursache ist eine falsche Ernährung bei zu wenig Bewegung. Des Weiteren kann die Milz über den Kontrollzyklus von einem Disharmonie Muster im Holzelement geschwächt werden. Außerdem hilft das Nieren-Yang der Milz beim Verdauen, da die Niere als eigentliche Wurzel von Yin und Yang angesehen wird. Ist die Niere geschwächt ist folglich auch die Milz angeschlagen. Eine weitere Möglichkeit wie Schleim sich ansammeln kann ist der Pathogene Faktor Hitze. Der Adipositas können vier Muster zu Grunde gelegt werden:

Milz-Qi-Mangel mit Feuchtigkeits- und Schleimretention

Die Milz mag es warm und trocken. Sie ist für die Umwandlung von Gu-Qi aus der Nahrung zuständig. Liegt ein Milz-Qi-Mangel vor treten Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, Schwitzen nach leichter Anstrengung und Verdauungsbeschwerden auf. Die Ursache hierfür ist, dass sich bei einem Milz-Qi-Mangel, Feuchtigkeit ansammelt, die sich zu Schleim umwandeln kann. Feuchtigkeit und Schleim zeigen sich dann in Übergewicht, Ödeme und klebrigen, wässrigen Stühlen oder Obstipation. Ursache für eine Milz-Qi-Schwäche kann falsche und übermäßige Ernährung oder eine vorgeburtlich schwache Niere sein. Liegt eine Milz-Qi-Schwäche vor ist die Zunge blass und geschwollen mit dünnem und weißem Belag. Der Puls ist tief (chen) und dünn (xi). Therapieprinzip ist es die Milz und das Qi zu stärken, Feuchtigkeit auszuleiten und den Schleim zu transformieren.

Loderndes Magen-Feuer

Der Magen nimmt die Nahrung auf, sortiert, zerlegt und verteilt sie weiter. Sein Qi hat eine absteigende Natur und nimmt die trüben Säfte nach unten mit, damit sie ausgeschieden werden können. Im Gegensatz zur Milz mag der Magen es feucht und reagiert empfindlich auf Trockenheit. Symptome des lodernden Magen-Feuers sind schnell wieder aufkommendes Hungergefühl, Blähungen, innere Unruhe, gerötete Zunge mit gelbem Belag, saitenförmiger (xian) und schlüpfriger (hua) Puls. Bei Vorliegen eines lodernden Magen-Feuers muss diese unbedingt geklärt, verteilt und ausgeleitet werden.

Milz- und Nieren-Yang-Mangel

Beim Milz- und Nieren-Yang-Mangel kann zuerst der Nieren-Yang-Mangel oder der Milz-Yang-Mangel vorgelegen haben. Lag zuerst der Nieren-Yang-Mangel vor, so konnte das Milz-Yang nicht mehr ausreichend erwärmt werden und wurde somit geschwächt. Wird das Milz-Yang durch Diätfehler geschwächt kann dies eine Nieren-Yang-Mangel nach sich ziehen. Symptome sind bei diesem Muster Müdigkeit, Blähungen, weicher und loser Stuhlgang, spontanes Schwitzen, Kurzatmigkeit, Kälte und Schwäche der vier Extremitäten und Ödeme. Die Zunge ist blass und geschwollene mit dünnem weißem Belag. Der Puls ist dünn (xi) und tief (chen). Therapieziel ist es das Yang der Niere und der Milz zu stärken und zu wärmen.

Leber-Qi-Stagnation

Liegt gleichzeitig eine Leber-Qi-Stagnation und eine Milz-Qi-Schwäche vor, so attackiert die Leber die Milz. Dies schwächt die Milz noch zusätzlich.

Hauptsymptome sind bei dieser Disharmonie Übergewicht, innere Unruhe, Aversion gegen Hitze, konzentrierter Urin, Verstopfung und Müdigkeit. Die Zunge zeigt geschwollene Seitenränder und eine gerötete Spitze mit roten Punkten. Der Belag ist dünn und gelb oder klebrig und gelb. Der Puls ist saitenförmig (xian). Therapieziel ist das Qi der Leber zu verteilen und zu regulieren, die Hitze zu klären und die Feuchtigkeit auszuleiten. …

Die Entwicklung des Fettgewebes lässt sich in drei Phasen einteilen: die frühe, die mittlere und die späte Phase die ich im Folgenden kurz beschreiben möchte.

Erste Phase:

Die erste Phase ist gekennzeichnet durch eine übermäßige Futterzufuhr, die Feuchtigkeit produziert und in der Mitte stagniert. Die Stagnation transformiert dann Hitze. Symptome sind in dieser Phase gesteigerter Appetit, kein Sättigungsgefühl, Durst und Obstipation. Die Zunge ist rot mit einem gelb, schmierigen Belag. Der Puls ist schlüpfrig und schnell.

Zweite Phase:

Die zweite Phase ist geprägt durch einen starken Magen der die Milz schwächt. Symptome sind hier vor allem Müdigkeit, Blähungen und Übergewicht.

Dritte Phase:

In der dritten Phase wird durch die Milzschwäche nun auch der Magen geschwächt. Es entsteht ein Milz- und Magenmangel. Ist die Mitte geschwächt können sich Qi- und Blutmangel, aber auch Ansammlung von Schleim und Feuchtigkeit entwickeln.

In der TCM wird Adipositas mit der Diätetik, ausreichend Bewegung und Akupunktur behandelt.

Die TCM bietet mit der Akupunktur eine gute Möglichkeit die Adipositas zu behandeln und ist eine wertvolle Ergänzung zu anderen Therapiemöglichkeiten.

Holzphase in der TCM

Es ist Frühling – und der entspricht in der TCM der Holzphase

Artikel zur Holzphase in der TCM (Hier klicken zum weiterlesen)

5 Elemente TCM PferdDas Holz-Element steht für:
- Frühlingserwachen,
- Erneuerung,
- Wachstum,
- Kreativität und Umsetzungskraft,
- erstarkende Muskulatur

Meridiane des Holz-Elements: Leber und Gallenblase

Aufgaben des Lebermeridians
- Reguliert den freien Fluss des Qi
- Wachstum, Entwicklung (Beruf, Berufung)
- Harmonisiert die Emotionen (Befriedigt, Frei, Entspannt)
- Harmonisiert die Verdauung
- Geschlechtsfunktion (LebensLust)
- Speicherung des Blutes (versorgt Sehnen, Faszien, Augen, Hufe, Krallen und Fell; Reinigungszyklus (Stimmungsschwankungen)

Aufgaben des Gallenblasenmeridians (Pferde haben zwar keine Gallenblase, aber einen Gallenblasenmerdian)
- Speicherung und Ausscheidung der Galle
- Mut, Kühnheit
- Entschlossenheit

Ist das Holz-Element im Ungleichgewicht kann es zu folgenden Symptomen kommen:
- Hypertonie
- Headshaking
- Augenproblematiken
- Leber-/ Gallenblasenproblematiken
- Hufe-/ Krallenproblematiken (brüchig, trocken, rissig)
- Probleme mit der Rosse bei den Stuten
- Neurologische Störungen
- Sehnen-, Muskel- und Faszienproblematiken (Schmerzen, Steifheit, Spannungsgefühl)
- Trockenes, sprödes Fell
- Gereizte, Aggressive und zickige Pferde (Stimmungsschwankungen)
- Müdigkeit, Schlappheit und Energielosigkeit
- Tremor, Tics, Spasmen

Wird das Holz-Element nicht wieder ins Gleichgewicht gebracht schädigt es das nachfolgende Feuer-Element. Bei einem geschwächten Feuer-Element kann es zu folgenden Symptomen kommen: Gefäßerkrankungen, Schweißproblematiken, Herzbeschwerden, Schlafproblematiken und Mangelnde Lebensfreude.

Gerne greift ein im Ungleichgewicht befindliches Holz-Element auch das Erd-Element an und es kann zu Allergien, Magen- und Verdauungsproblemen, Muskelatrophie/-schwäche, Ödeme, Schwellungen, Gewichtszunahme und Blutungen kommen. Wichtig in der TCM ist das alle 5-Elemente ausgeglichen und harmonisiert sind.

Durch Akupunktur und chinesische Kräutermedizin kann ich Sie und ihr Pferd unterstützen, um die 5-Element wieder ins Gleichgewicht zu bringen.